Rettungssanitäter*in

Rettungssanitäter*in (RS)

Die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter*in soll zum Einsatz in unterschiedlichen Funktionen des qualifizierten Krankentransportes, der Notfallrettung und des Bevölkerungsschutzes befähigen. Die erfolgreiche Ausbildung schließt mit der Qualifikation “Rettungssanitäterin” bzw. “Rettungssanitäter” ab. Die Ausbildung umfasst gemäß RettAPrV NRW mindestens 520 Ausbildungsstunden und gliedert sich in folgende fünf Ausbildungsabschnitte:

 

  • Ausbildungsabschnitt 1: theoretisch-praktische Ausbildung (Fachlehrgang) an einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte für Rettungssanitäter*innen im Umfang von 240 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten einschließlich der erfolgreich absolvierten Fachlehrgangsprüfung zum Abschluss des Ausbildungsabschnittes, als Voraussetzung zur Teilnahme an den weiteren Ausbildungsabschnitten
  • Ausbildungsabschnitt 2: klinisch-praktische Ausbildung in einer geeigneten Einrichtung der Patientenversorgung (z.B. Krankenhaus) im Umfang von 80 Ausbildungsstunden zu je 60 Minuten
  • Ausbildungsabschnitt 3: praktische Ausbildung in einer genehmigten Lehrrettungswache im Umfang von mindestens 160 Ausbildungsstunden zu je 60 Minuten wobei mindestens 50% der Ausbildungszeit in der Notfallrettung absolviert werden soll
  • Ausbildungsabschnitt 4: theoretisch-praktische Ausbildung (Abschlusslehrgang) im Umfang von 40 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten, der in der Regel in fünf Tagen abzuleisten ist
  • Ausbildungsabschnitt 5: staatliche Prüfung (schriftliche und praktische Prüfung inkl. Fachgespräch)
Option: Nach den ersten zwei Wochen (80 Unterrichtseinheiten) des ersten Ausbildungsabschnittes (Fachlehrgang) besteht die Möglichkeit, die staatliche Prüfung zum/zur Rettungshelfer*in zu absolvieren.
 
Die Ausbildung zum/zur Rettungssanitäter*in beginnt mit der theoretisch-praktischen Ausbildung (Ausbildungsabschnitt 1) und endet mit der staatlichen Prüfung (Ausbildungsabschnitt 5). Die praktischen Ausbildungsabschnitte 2 bzw. 3 müssen nicht in der vorgegebenen Reihenfolge abgeleistet werden. Die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Ausbildungsabschnitten ist in geeigneter Form gemäß den Vorgaben der RettAprV NRW zu dokumentieren. Die Fehlzeit je Ausbildungsabschnitt darf jeweils 10 Prozent nicht überschreiten.

 

Nach erfolgreich absolvierter staatlicher Prüfung dürfen Rettungssanitäter*innen in NRW unterschiedliche Funktionen wahrnehmen: In der Notfallrettung versorgen sie als Fahrer*in eines RTW im Team mit Notfallsanitäter*innen die Notfallpatientinnen und Notfallpatienten und führen deren Transport durch. Im qualifizierten Krankentransport übernehmen sie verantwortlich die Versorgung und Begleitung von Nicht-Notfallpatientinnen und -patienten. Zusätzlich dürfen sie in diesem Bereich auch die Funktion als Fahrer*in wahrnehmen.

 

Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung

Eine Person erhält Zugang zur Ausbildung, wenn sie der Ausbildungsstätte vor Beginn der Ausbildung folgende Nachweise vorlegt:

 
  • Identitätsnachweis (z.B. Personalausweis oder Reisepass), welcher zum Ausbildungsbeginn gültig sein muss
  • Ärztliches Attest gemäß Anlage 13 i.S.d. RettG NRW zur gesundheitlichen Eignung, das zu Ausbildungsbeginn nicht älter als drei Monate ist
  • Hauptschulabschluss oder gleichwertige Schulausbildung oder abgeschlossene Berufsausbildung (z.B. Kopie Abschlusszeugnis oder Berufsurkunde)
  • Nachweis (Führungszeugnis Belegart N), dass die betreffende Person sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung der Tätigkeit als Rettungssanitäter*in ergibt, welcher nicht älter als drei Monate sein soll oder eine eidesstattliche Versicherung gemäß Anlage 14
  • Sprachniveau (mindestens B2) bei nicht im Inland erworbenen Schul- bzw. Ausbildungsabschlüssen
  • Nachweis über die Impfung gegen Hepatitis B und Masern (z.B. Kopie Impfausweis) sowie bei Organisation der praktischen Ausbildungsabschnitte über die Ausbildungsstätte einen Nachweis über den vollständigen Covid19-Impfschutz

Zulassung zur Prüfung

Auf Antrag der Prüfungsteilnehmerin bzw. des Prüfungsteilnehmers entscheidet der Vorsitz des Prüfungsausschusses über die Zulassung zur Prüfung. Die Zulassung zur Prüfung sowie eine mögliche Ablehnung soll dem/der Prüfungsteilnehmer*in eine Woche vor Prüfungsbeginn schriftlich mitgeteilt werden. Der Antrag einer Prüfungsteilnehmerin bzw. eines Prüfungsteilnehmers auf Zulassung zur Rettungssanitäter*innen-Prüfung muss zwei Wochen vor Beginn des Abschlusslehrgangs über die Ausbildungsstätte bei der zuständigen Behörde eingegangen sein. Bei Vollständigkeit des Antrages ist dieser durch die jeweilige Ausbildungsstätte der zuständigen Behörde vorzulegen. Mit der Antragstellung sind folgende Unterlagen vorzulegen, wenn diese nicht bereits zu Beginn der Ausbildung vorlagen:

 

  • Nachweis (Führungszeugnis Belegart N), dass die/der Prüfungsteilnehmer*in sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung der Tätigkeit als Rettungssanitäter*in ergibt, welcher zu Beginn des Abschlusslehrgangs nicht älter als drei Monate sein soll
  • Kopie eines Identitätsnachweises in amtlich beglaubigter Abschrift
  • Nachweis des erfolgreichen Abschlusses der theoretisch-praktischen Ausbildung (Ausbildungsabschnitt 1) gemäß Anlage 3
  • bis zum Beginn der Prüfung zur Rettungssanitäterin bzw. zum Rettungssanitäter einen Nachweis über den erfolgreichen Abschluss der Ausbildungsabschnitte 2 bis 4 gemäß Anlagen 7, 10 und 12
  • eine Erklärung der Prüfungsteilnehmerin bzw. des Prüfungsteilnehmers, dass bezogen auf die aktuelle Ausbildung zuvor noch kein gescheiterter Prüfungsversuch unternommen wurde


Prüfung

Die Prüfung zum/zur Rettungssanitäter*in besteht aus einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung (inkl. Fachgespräch).

 

Der schriftliche Teil der Prüfung ist unter Aufsicht und innerhalb von 120 Minuten zu fertigen. Die Fragen der schriftlichen Prüfung werden durch den Vorsitz des Prüfungsausschusses auf Vorschlag der Ausbildungsstätte bestimmt. Das Prüfungsformat Antwort-Auswahlverfahren ist für maximal 50 Prozent der schriftlichen Prüfung zulässig. In diesem Fall darf von den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten nur eine richtig sein. Die Prüfung erfolgt in Präsenzform an der Ausbildungsstätte.

 

Der fachpraktische Teil der Prüfung erstreckt sich auf die Demonstration von praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die/der Prüfungsteilnehmer*in übernimmt in der Funktion als Teamführer*in bei zwei vorgegebenen Fallbeispielen die anfallenden Aufgaben. Eines der Fallbeispiele muss aus dem Bereich der notfallmedizinischen Versorgung und eines aus dem Bereich Herzkreislaufstillstand mit Reanimation stammen. Beide Fallbeispiele werden durch ein Fachgespräch ergänzt. In diesen Fachgesprächen hat sie bzw. er das Handeln zu erläutern und zu begründen, sowie die Prüfungssituation zu reflektieren. Das Ergebnis der Fachgespräche fließt mit in die Benotung der fachpraktischen Prüfungsteile ein. Die Gesamtzeit des Fallbeispiels inkl. Fachgespräch soll mindestens 20  Minuten und maximal 45 Minuten dauern. Die Auswahl der Fallbeispiele erfolgt durch den Vorsitz des Prüfungsausschusses auf Vorschlag der Ausbildungsstätte. Das Losverfahren ist zulässig.

 

Die beiden Fallbeispiele je Prüfungsteilnehmer*in sind nach folgenden Kriterien zu bewerten:

 

  • Einschätzung der Gesamtsituation
  • Umgang mit medizinisch-technischen Geräten
  • Durchführung von Sofortmaßnahmen
  • Dokumentation sowie, soweit erforderlich,
  • Herstellung der Transportbereitschaft und der Übergabe der Patientin bzw. des Patienten in die weitere notfallmedizinische Versorgung
  • Assistenz bei notfallmedizinischen Maßnahmen
  • Fachgespräch

Die staatliche Prüfung ist bestanden wenn jeder vorgeschriebene Prüfungsteil mindestens mit der Note „ausreichend“ benotet wurde. Wer die staatliche Prüfung bestanden hat, erhält ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 15.

 

Jeder Teil der staatlichen Prüfung, in dem der/die Prüfungsteilnehmer*in die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ erhalten hat, kann auf Antrag der Prüfungsteilnehmerin bzw. des Prüfungsteilnehmers einmal wiederholt werdenDie Wiederholung eines nicht bestandenen Prüfungsteils muss innerhalb von zwölf Monaten nach dem letzten Prüfungstag erfolgen. Diese muss an der Ausbildungsstätte stattfinden, an der die nicht bestandene Prüfung absolviert wurde. Dem Antrag ist eine Erklärung beizufügen, dass nicht bereits an einer anderen Ausbildungsstätte an einer Wiederholungsprüfung teilgenommen wurde. Eine Falschangabe ist als Täuschungsversuch zu werten. Der Vorsitz des Prüfungsausschusses kann bestimmen, dass der/die Prüfungsteilnehmer*in zur Wiederholungsprüfung nur zugelassen werden darf, wenn sie oder er an einer Wiederholung von Ausbildungsabschnitten ganz oder teilweise teilgenommen hat. Dauer und Inhalt bestimmt der Vorsitz des Prüfungsausschusses.

 

Lehrgang buchen

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