Praxisanleiter*in Leitstelle

Praxisanleiter*in Leitstelle

Das Anforderungsprofil des Leitstellenpersonals hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Die rettungsdienstlichen Einsatzzahlen steigen kontinuierlich. Nicht-lebensbedrohliche Krankheitsbilder nehmen zu, die sich vielschichtig darstellen und eine differenzierte Bearbeitung in der Leitstelle erforderlich machen. Die Leitstellen entwickeln sich im Kontext der sektorübergreifenden Betrachtung der Notfallversorgung zunehmend zu wesentlichen Schnittstellen, an denen Patient*innen in die für sie passenden Versorgungswege geleitet werden müssen. Dies stellt hohe Anforderungen an das Leitstellenpersonal, die sich zukünftig noch weiter ausdifferenzieren werden. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Arbeit von Disponent*innen in einer Leitstelle insbesondere rettungsdienstlich ein vielschichtiges und spezielles Fachwissen, sowie eine spezielle persönliche Eignung erfordert.

 

Während der praktischen Ausbildung und berufsbegleitenden Vertiefungsmodule auf der Leitstelle, sollen angehende Leitstellenmitarbeiter*innen von erfahrenem Leistellenpersonal betreut werden. Hintergrund für eine optimale Anleitung der Auszubildenden ist die Verknüpfung von pädagogischem, notfallmedizinischem und leitstellenspezifischem Wissen. Lernen in der Leitstelle vollzieht sich grundsätzlich in Beziehung auf konkretes, berufliches Handeln in vielfältigen Situationen, beispielweise der gedanklichen Interpretation von Handlungen anderer. Zur Erreichung der Kompetenzziele muss die Leitstelle über berufspädagogisch qualifiziertes Personal – beispielsweise in Form eines/einer “Praxisanleiter*in Leitstelle” – verfügen. Praxisanleiter*innen sind in der Lage, die geforderten Lehrinhalte handlungsorientiert und mit Hilfe moderner Lehrmethoden zu verbinden und berufsfeldübergreifende Kompetenzen zu vermitteln.

Ausbildung zum/zur Praxisanleiter*in Leitstelle

Die Ausbildung zum/zur Praxisanleiter*in Leitstelle soll dazu befähigen, Auszubildende zum/zur Leitstellendisponent*in bzw. zum/zur Leitstellensanitäter*in während der Ausbildung berufsbegleitend zu unterstützen und anzuleiten. Es sind Methoden und Techniken zur praktischen und theoretischen Wissensvermittlung und Weiterbildung zu erlernen und sicher zu beherrschen. Für die Ausbildung zum/zur Praxisanleiter*in Leitstelle sind in Analogie die Grundlagen des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) sowie der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV) maßgeblich. Für die Ausbildung zum/zur Praxisanleiter*in gelten Personen als geeignet, die eine Erlaubnis nach §1 NotSanG besitzen oder nach §30 NotSanG zur Weiterführung der Berufsbezeichnung “Rettungsassistent*in” berechtigt sind. Weiterhin sollen sie über eine Berufserfahrung als Notfallsanitäter*in von mindestens zwei Jahren verfügen. Die Ausbildung zum/zur Praxisanleiter*in Leitstelle schließt mit einer Prüfung ab. Praxisanleiter*innen sollen vor Beginn der Ausbildung das 20. Lebensjahr vollendet haben. Als Praxisanleiter*in darf nicht tätig sein, wem die Erlaubnis zur Ausbildung nach anderen Rechtsvorschriften aberkannt wurde.

Voraussetzungen

  • Qualifikation als Notfallsanitäter*in mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung als Notfallsanitäter*in, Mindestalter 20 Jahre oder
  • Qualifikation als Rettungsassistent*in mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung gemäß §3 NotSan-APrV, Mindestalter 20 Jahre

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung zur Praxisanleiterin bzw. zum Praxisanleiter Leitstelle beinhaltet folgende Themenschwerpunkte:

 

  • Lernprozesse in der Ausbildung initiieren, planen, durchführen und evaluieren: 82 Unterrichtseinheiten
  • Reflexion der eigenen Berufssituation und Rolle als Praxisanleiterin bzw. Praxisanleiter: 40 Unterrichtseinheiten
  • Rahmenbedingungen von Lernprozessen in der Ausbildung: 30 Unterrichtseinheiten
  • praktische Weiterbildung: 40 Unterrichtseinheiten
  • Prüfung: 8 Unterrichtseinheiten

Die Ausbildung der Themenschwerpunkte ist modular zu gestalten. Die Inhalte der Themenschwerpunkte ergeben sich aus dem Curriculum für die Ausbildung zu Praxisanleiter*innen. Die Ausbildung hat einen Umfang von mindestens 200 Unterrichtseinheiten. Sie beinhaltet die Prüfung mit einem Zeitumfang von acht Unterrichtseinheiten.

Online-Buchung

Nachfolgend sind alle aktuell verfügbaren Veranstaltungen aufgelistet. Sollte keine Veranstaltung angezeigt werden gibt es aktuell leider kein entsprechendes Angebot. Sofern freie Plätze verfügbar sind können diese über das Online-Buchungssystem gebucht werden. Bei bereits ausgebuchten Veranstaltungen kann der Eintrag in eine Warteliste erfolgen. Bei Fragen wenden Sie sich gerne per E-Mail (rdschule@stiwl.de) oder Telefon (0521/557416-0) an unser Service-Team.